Abhörwanzen in der Wohnung finden
Hier finden Sie einen Leitfaden, wie Sie mit etwas Fleiß und Ausdauer auch ohne technische Hilfsmittel Abhörwanzen in Ihrer Wohnung finden können.

Um Abhörwanzen in Ihrer Wohnung zu finden, brauchen Sie keine Messtechnik-Ausbildung – aber Sie müssen wissen, welche Arten von Wanzen es gibt, wie sie aussehen und wie sie funktionieren. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie methodisch vorgehen.
Welche Arten von Abhörwanzen gibt es?
RF steht für radio frequency und meint in der deutschen Elektrotechnik den HF Frequenzbereich, welcher alle Frequenzen oberhalb von 9 MHz beinhaltet. Letztendlich ist der Begriff „RF Wanze“ ein Sammelbegriff für Wanzen die Audio-/Video-Signale per analogem Funk übertragen. Gängig sind RF Wanzen, die im Radio-Frequenzbereich zwischen 80 MHz und 110 MHz senden – und in stark begrenztem Radius (max. 50m) mit einem handelsüblichen Radio auf entsprechender Frequenz empfangen werden können.
Aber auch RF Wanzen auf 466 MHz und 800 MHz sind nicht außergewöhnlich. Diese Wanzen können Sie mit einem einfachen Detektor, wie dem AL Sekundant aufspüren.

GSM Wanzen sind Lauschmittel, die ihre Umgebungsakustik über das Mobilfunknetz weiterreichen. Viele GSM Wanzen lassen sich so konfigurieren, dass sie selbständig einen Anruf auf eine voreingestellte Nummer tätigen, sobald der Geräuschpegel im näheren Umfeld einen bestimmten Dezibel-Wert überschreitet. Andersherum kann auch der Lauscher die Wanze anrufen. Das Abhörgerät nimmt das Gespräch lautlos an – und der Lauscher hat anschließend Zugriff auf das integrierte Mikrofon.
Der Frequenzbereich von GSM Wanzen erstreckt sich von 890 bis 915 MHz und von 935 bis 960 MHz (GSM 900) sowie von 1.710 bis 1.785 und von 1.805 bis 1.880 MHz (GSM 1800).
Auch solche Lauschmittel enttarnen Sie mit dem AL Sekundant.


Wi-Fi Wanzen sind zeitgemäßer als RF Wanzen, da sie energieeffizienter sind und bessere Bild-/Audioraten erlauben. Wi-Fi Wanzen können ihre Signale in einem (realistischen) Radius von max. 50 m direkt zum Lauscher übertragen, oder aber sie sind über einen Router mit dem Internet verbundenen – und somit weltweit abfragbar. Übertragungsfrequenzen liegen bei 2,4 GHz und/oder 5 GHz.
Man kann sie fertig getarnt in Weckern, Radios, Rauchmeldern und verschiedenen anderen Geräten kaufen.
Aktive Wi-Fi Frequenzen bis 2,4 Ghz können Sie mit dem AL Sekundant feststellen.


Aufzeichnungsgeräte sind der vielfältigste Bereich bei den Wanzen. Es gibt sie in allen Farben und Formen. Von Kugelschreibern über Uhren bis hin zu Glühlampen, Brillen und Knöpfen. Jeweils mit Mikrofon und/oder Kamera. Alle Aufzeichnungsgeräte eint, dass sie die Audio-/Video-Daten nicht an einen Empfänger weitersenden, sondern lokal, meist auf einer Mikro-SD Karte, speichern.
Da Aufzeichnungswanzen nicht senden, sind sie auch für professionelle Sweep-Teams eine Herausforderung, denn sie können nur mit sehr speziellem Equipment, oder einer intensiven Sichtprüfung detektiert werden.

GPS-Tracker dienen der Ortung von Fahrzeugen und Gegenständen. Sie werden meist in einem wasserdichten Gehäuse per Magnet am Fahrzeug angeheftet. Vorzugsweise an Karosserieteilen unter dem hinteren Stoßfänger. Zudem gibt es auch Modelle für den Festeinbau mit Anschluss ans 12V Bordnetz. Teilweise gut getarnt als Relais, versteckt in der Bordelektrik.
Die zivile GPS-Ortung erfolgt auf 1,575 GHz, wobei der Tracker hier nur der Empfänger ist. GPS-Tracker senden ihre Positionsdaten über das Mobilfunknetz weiter, oder speichern die Daten lokal auf ein austauschbares Speichermedium.
Mobilfunkverkehr können Sie mit dem AL Sekundant detektieren.
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Externe Lauschmittel sind technische Hilfsmittel mit denen ein Lauscher akustischen Schall extrem verstärken kann.
Beispielsweise ein Lasermikrofon. Hierbei wird ein Laser möglichst senkrecht auf einen, durch Sprache in Schwingung versetzten Gegenstand gerichtet – wie eine Fensterscheibe zum Beispiel. Die Reflexion des Lasers wird über eine Fotozelle empfangen und wieder in Audiosignale umgewandelt.
Oder ein Körperschallmikrofon, was man sich im Grunde wie ein elektronisch verstärktes Stethoskop vorstellen kann.
Auch ein klassisches Parabol-Richtmikrofon fällt in diese Kategorie.


Wie lange dauert die Installation von Abhörwanzen in der Wohnung?
Hatte der im Verdacht stehende Lauscher unbeobachtet Zutritt zu Ihrer Wohnung? Falls ja, wie lange? Diese Überlegung ist wichtig um abschätzen zu können, ob die Abhörwanze gut versteckt, mit Zugang zu einer dauerhaften Stromversorgung platziert ist – oder ein akkubetriebenes Lauschmittel auf die Schnelle mehr oder weniger offensichtlich untergebracht wurde. Im Akkubetrieb sind Wanzen nach einigen Tagen tot und können keinen Schaden mehr anrichten. Mit einer dauerhaften Stromversorgung hingegen gibt es kein zeitliches Sende-Limit.
Zur professionellen Platzierung einer Abhörwanze in der Wohnung bedarf es etwa 15 – 45 Minuten, je nach Gegebenheiten vor Ort. Allerdings bestätigt auch hier die Ausnahme die Regel – es gibt Lauschmittel, die wir gerne freiwillig und eigenhändig mit Strom versorgen – und immer schön in Lausch-Reichweite haben. Aber dazu später mehr. Nur soviel vorneweg: Es ist weder Alexa noch Siri, oder ein sonstiger Sprachassistent.
Nun wissen Sie, ob Sie die Wanze beim nächsten Frühjahrsputz sowieso finden (weil der Lauscher kaum Zeit hatte) oder ob Sie intensiver suchen müssen.
Art und Lage der Wohnung: Auswahl der Wanze
Wohnt der Lauscher Wand an Wand, im Haus gegenüber oder am anderen Ende der Stadt? Je nachdem wird er sein Lauschmittel wählen. Mit einem Körperschallmikrofon lässt sich, unter guten bauartbedingten Umständen, durch Wände/Decken/Fußböden lauschen. Für die Straßenseite gegenüber eignet sich eine RF-Wanze oder eine WLAN-Wanze. Größere Distanzen lassen sich mit GSM-Wanzen überbrücken. Natürlich alles abwärtskompatibel.


Man kann jede Abhörwanze ohne technische Hilfsmittel finden
In der Theorie stimmt das – und auch in der Profi-Praxis ist das überraschend oft so. Denn eine Abhörwanze muss physisch vorhanden sein um Informationen abgreifen zu können. Man muss nur wissen wonach man suchen muss.
Sie wissen jetzt welche Art von Wanze, in Bezug auf den verdächtigen Lauscher infrage kommt. Nun gilt es strategisch vorzugehen. Welche Räume sind für den Lauscher interessant? Ist er ein Voyeur? Dann nehmen Sie sich zuerst Bad, Schlafzimmer und Toilette vor. Hat der Lauscher wirtschaftliche Interessen, starten Sie im Arbeitszimmer.
So gehen Sie bei der Wanzensuche vor
Im ersten Schritt inspizieren Sie alle losen Gegenstände im Raum. Sie nehmen jeden Gegenstand in die Hand und überlegen, ob man darin eine Abhörwanze eingebaut haben könnte. Im Hinterkopf behalten Sie sich dabei immer die Wichtigkeit der dauerhaften Stromversorgung. Dementsprechend sind alle Geräte mit Stromkabel relevanter als Gegenstände und Geräte ohne Kabel.
TIPP
Kommt Ihnen ein Gerät verdächtig vor, weil beispielsweise die Schrauben zum Öffnen des Gehäuses Gebrauchsspuren aufweisen, oder der Garantieaufkleber beschädigt ist, sollten Sie es auf jeden Fall sofort vom Strom nehmen und zur näheren Untersuchung bereitlegen.

Hohlräume und Nischen
Sind alle Geräte inspiziert, nehmen Sie sich versteckte Hohlräume, Winkel und Nischen vor – typische Verstecke für Abhörwanzen. Bei einer abgehängten Decke nehmen Sie die Deckenstrahler raus und schauen sich die Verkabelung an. Wichtig: Vorher Licht und Sicherung ausschalten. Die Sicherung mit Klebeband in der „AUS“-Stellung fixieren, anschließend vergewissern, dass tatsächlich kein Strom fließt! Mit einem kleinen Spiegel und einer Taschenlampe untersuchen Sie nun den Hohlraum der Zwischendecke.
Wenn der Lauscher Zeit hatte Möbel zu rücken, müssen Sie es auch tun. Schauen Sie hinter Schränke, Kommoden und Sideboards. Untersuchen Sie Tisch, Stühle, Sofa, Bett, etc. Ganz wichtig: Der beleuchtete Spiegelschrank im Bad, da hier Strom anliegt.

Steckdosen
Danach kommen die Steckdosen dran. Allerdings ist hier absolute Vorsicht geboten! 230V sind lebensgefährlich, daher sollten Sie das nur machen, wenn Sie entsprechende Kompetenzen haben! Sobald entsprechende Sicherheitsmaßnahmen getroffen sind, lösen Sie die Schraube der Steckdose und ziehen die Blende ab. Danach lockern Sie die Befestigungskrallen und ziehen die Steckdose nach vorne raus. Gegebenenfalls entfernen Sie auch die Hohlraumdose dahinter. Die Verkabelung lassen Sie vorerst angeschlossen. Jetzt inspizieren Sie den freigewordenen Hohlraum. Die meisten Abhörwanzen funktionieren mit 5V oder 12V, daher wäre hier neben der eigentlichen Wanze noch ein Netzteil erforderlich, was das Identifizieren einfacher macht.

Sicheres Arbeiten mit Strom
Allpolig abschalten
Das bedeutet Phase und Nullleiter vom Hausnetz trennen. Separat geht das nur, wenn bei Ihnen zweipolige Sicherungen verbaut sind. Diese erkennen Sie an der doppelten Einbaubreite. Sollten bei Ihnen nur einpolige Sicherungen vorhanden sein, oder Sie sind sich nicht sicher, dann schalten Sie den FI-Schutzschalter aus. Somit ist das das gesamte Haus ohne Strom.
Gegen Wiedereinschalten sichern
Kleben Sie die ausgeschaltete Sicherung mit etwas Isolierband und einem Infozettel, dass am Strom gearbeitet wird ab. So ist gewährleistet, dass kein unwissender Dritter die Sicherung wieder einschaltet.
Auf Spannungsfreiheit prüfen
Mit einem Spannungsprüfer (Duspol) überprüfen Sie an einer Steckdose, ob eine tatsächliche Spannungsfreiheit gegeben ist. Wenn Sie hier auf Nummer sicher gehen möchten, prüfen Sie die Funktionalität Ihres Spannungsprüfers im Vorfeld.
Hinweis: Diese Anleitung dient der Information und ersetzt keine elektrotechnische Fachausbildung. Arbeiten an der Hausinstallation erfolgen auf eigenes Risiko. Im Zweifel beauftragen Sie einen Elektriker oder nutzen unseren Einschick-Service für verdächtige Geräte.
TIPP
Nehmen Sie sich Zeit für die Suche. Pro Tag ein Raum – aber dafür gründlich. Gehen Sie strategisch und sachlich vor!
Checkliste zum Download
Damit Sie bei der Suche nichts vergessen, haben wir eine praktische Checkliste erstellt. Drucken Sie diese aus und arbeiten Sie sie Raum für Raum ab.
Abhörwanze gefunden: darauf müssen Sie jetzt achten
Im Falle eines Fundes bleiben Sie bitte ruhig und handeln Sie überlegt. Fassen Sie die Wanze nicht ohne Handschuhe an. Für eine anschließende Strafverfolgung ist es wichtig, dass Ihre eigenen Fingerabdrücke nicht auf dem Lauschmittel zu finden sind, sondern nur die des Installateurs. Als Erstes trennen Sie die Stromversorgung, so dass der Lauscher von nun an nicht mehr über Ihr Handeln informiert ist. Danach dokumentieren Sie den Einbauort der Abhörwanze sowie die Wanze im Detail per Foto. Wenn Sie Anzeige erstatten möchten, drucken Sie die Bilder möglichst groß aus. Es ist wichtig, dass man die Wanze auf den Bildern deutlich erkennen kann, denn die Polizei ist erfahrungsgemäß erstmal skeptisch, wenn man den Verdacht äußert abgehört zu werden. Lassen Sie sich nicht abwimmeln, denn heimliches Abhören ist eine Straftat.
Falls Sie, wie weiter oben geschildert, ein verdächtiges Gerät oder einen Gegenstand identifiziert und gesichert haben, machen Sie auch hiervon Bilder. Dokumentieren Sie Schritt für Schritt wie Sie bei der Demontage vorgehen, und alles was Ihnen verdächtig vorkommt. Auch hierbei gilt natürlich: Bitte nur mit Handschuhen.
Das Restrisiko: Perfekt getarnte Wanzen
Wenn Sie nach beschriebenem Schema vorgehen und alle Räume gründlich und systematisch absuchen, werden Sie mit einer sehr großen Wahrscheinlichkeit alle vorhandenen Abhörwanzen in Ihrer Wohnung finden. Und das gänzlich ohne Wanzensuchgeräte. Wieso nur mit einer „sehr hohen Wahrscheinlichkeit“? Weil es mittlerweile für wenig Geld äußerst gut abgetarnte industriell hergestellte GSM-Wanzen gibt, die für einen Laien nur sehr schwer als Lauschmittel zu identifizieren sind. Da sind beispielsweise Handy-Ladekabel, die im USB Stecker (nicht im Netzteil!) ein komplett eigenständiges Mobiltelefon untergebracht haben. Und das perfide hieran ist, dass wir ein solches Kabel gerne und freiwillig mit Strom versorgen – und immer schön in unserer Lausch-Reichweite haben.
Aber auch hierfür gibt es passende Lösungen – In unserem Shop finden Sie erprobte Wanzensuchgeräte für Einsteiger und Profis – vom handlichen RF-Detektor bis zum professionellen Kamerafinder. Wir bieten hochwertiges und erprobtes Lauschabwehr-Equipment für Profis und für Privatanwender an.
Häufige Fragen zu Abhörwanzen in der Wohnung
Wie erkenne ich, ob meine Wohnung verwanzt ist?
Achten Sie auf ungewöhnliche Anzeichen: Neue oder versetzte Gegenstände, Schrauben mit Kratzspuren, beschädigte Garantiesiegel an Elektrogeräten, unbekannte Geräte in Steckdosen. Wenn Dritte plötzlich Details kennen, die nur in Ihrer Wohnung besprochen wurden, ist das ein starkes Indiz.
Kann ich Abhörwanzen mit dem Handy finden?
Nur sehr eingeschränkt. Es gibt Apps, die elektromagnetische Störungen anzeigen, aber diese sind unzuverlässig. Mobilfunk- und WLAN-Signale von Wanzen lassen sich mit einem Smartphone nicht präzise orten. Für eine zuverlässige Suche empfehlen wir einen dedizierten RF-Detektor wie den AL Sekundant.
Was kostet eine professionelle Lauschabwehr?
Eine professionelle Überprüfung durch einen Lauschabwehr-Spezialisten kostet je nach Wohnungsgröße und Aufwand zwischen 2.500 und 5.000 Euro. Bei einem Fund können diese Kosten zivilrechtlich vom Täter eingefordert werden.
Ist das heimliche Abhören strafbar?
Ja. Das unbefugte Abhören ist nach §201 StGB (Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes) strafbar und kann mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe geahndet werden. Bei einem Fund sollten Sie Anzeige erstatten.
Wenn Sie nach dieser gründlichen Sichtprüfung weiterhin den Verdacht haben, dass Ihre Wohnung verwanzt ist, stoßen Sie mit reiner Eigenarbeit an Grenzen. Spätestens dann sollte ein professioneller Lauschabwehr-Einsatz mit Spektrumanalysatoren, NLJD und Leitungsmessung eingeplant werden.
Für viele Fälle reicht ein gezielter Einsatz eines Wanzendetektors und Kamerafinders, bevor ein kompletter Lauschabwehr-Sweep notwendig wird – genau dafür sind die folgenden Geräte konzipiert.



